Kann man dem Hund den Jagdinstinkt abgewöhnen?

Terrier sind bekannt für ihren ausgereiften Jagdtrieb. Doch was passiert, wenn der eigene Hund nicht mehr zurück kommt?

20. September 2018

Tractive Kunde

Jake ist ein Foxterrier. Diese Rasse ist recht wenig vertreten hier in Norddeutschland, wird aber meistens von Jägern gehalten. Die Kraushaar-Variante der Foxys findet man etwas häufiger bei Privatpersonen, wie die Glatthaarigen. Bevor wir Jake zu uns holten, informierte ich mich über die Rasse. Ja, ich wusste von ihrer Leidenschaft zum Jagen. Da sich diese aber angeblich gut kontrollieren lassen würde und ich vorher einen Jack Russel-Dackel-Mischling hatte, der ebenso der Jagd nicht abgeneigt war, war ich der Meinung, damit gut umgehen zu können. Ich ahnungsloser Engel …

Jakes unternahm seinen ersten Jagdausflug mit knapp 12 Wochen. Es war ein kalter, nasser Januartag, die Felder waren trostlos leer und wir, Idefix, Jake und ich, waren gerade verfroren auf dem Rückweg zum Auto. Plötzlich schoss der kleine Welpe davon über den Acker in ein kleines Waldgebiet.

Verdattert rief ich ihm nach, aber nein, die Ohren waren auf Durchzug. Nach einiger Zeit kam er wieder, verdreckt und augenscheinlich froh, wieder bei mir zu sein. Danach war erstmal Ruhe und ich tat den Vorfall als „Naja, sowas machen Welpen schon mal“ ab. Zum Glück war noch nicht die Brut- und Setzzeit!

Im Laufe der folgenden Monate kristallisierte sich zwar heraus, dass Jake alles, was schnell weglaufen konnte, total interessant fand, aber er ließ sich immer abrufen. Nicht immer beim ersten Mal, aber es kam zu keinem weiteren Vorfall. Da wir mitten auf dem Land wohnen, umgeben von Feldern, Wiesen und Wäldern, sind wir täglichen Wildbegegnungen ausgesetzt, meistens nur aus der Ferne, aber manchmal auch näher.

Ich kaufte mir mehrere Anti-Jagdbücher und probierte die verschiedenen, sich oft widersprechenden Methoden. Bisher erfolglos.

Der Höhepunkt war eine Begegnung mit einem dreibeinigen Feldhasen, der, getrieben von einer Todessehnsucht oder ähnlichem, direkt vor uns aus dem Gebüsch sprang. Dieser Vorfall stachelte bei Jake den Jagdtrieb richtig an! Entspannte Waldspaziergänge? Nicht möglich.

Jagdtrieb Hund

Gibt es eine Lösung, wenn der Hund einen ausgeprägten Jagdinstinkt hat?

Vor einigen Wochen passierte dann der Albtraum eines jeden Hundebesitzers: Jake verschwand aus dem eigenen Garten und blieb 2 Stunden verschwunden. Als er wieder auftauchte, verdreckt und völlig außer Atem, aber ansonsten unversehrt, stand für mich fest: ich brauche eine Möglichkeit, ihn besser zu kontrollieren.
Denn auch wenn er immer an der Leine bleiben sollte, ist dies noch lange keine Garantie dafür, dass er nicht doch mal eine Gelegenheit zum Abhauen finden würde. Außerdem wollte ich mit dem Anti-Jagdtraining weiter machen und dies funktioniert nicht angeleint. Also entschieden wir uns für das Tractive GPS Gerät.

Wir hatten Bedenken, denn wenn man das Wort „Pampa“ in das Navi eingibt, wird man zwangsläufig vor meiner Haustür landen. Dementsprechend ist hier die Netzabdeckung der Mobilfunkanbieter. Doch das Tractive meldete stets Empfang. Die erste Runde mit Jake und dem Tractive wurde begangen und per iPhone-App und der Echtzeitortung bestens überwacht.

Der Jagdtrieb ist völlig natürlich. Unterstützung bekommst du mit dem Tractive GPS Tracker!

Ich führte das Anti-Jagdtraining weiter und an einem Montag (der mir wahrscheinlich noch lange im Gedächtnis bleiben wird) lief es wirklich gut. Trotz Schleppleine lief Jake neben mir bei Fuß, er suchte Blickkontakt, hatte nur Augen für mich. Da es bis zur Brut- und Setzzeit der Wildtiere noch ein paar Tage waren und er sich so vorbildlich verhielt, dachte ich mir, ich könne ihn ja für ein Stück des Weges ableinen.

Ich bückte mich, löste den Karabiner vom Geschirr und in dem Augenblick, in dem ich mich wieder aufrichtete, schoss er davon! Quer über den Weg, die anschließende Wiese, den Graben, weg! Rufen, pfeifen – alles wurde ignoriert. Ich schnappte mir meinen Welpen Johnny und startete die Tractive App.

Per Live Tracking konnte ich nicht nur sehen dass mein Hund in gerader Linie über die Felder rannte, sondern auch dass er das mit knapp 40 km/h tat!

Und direkt auf die Hauptstraße zu, die auch hier in der Pampa stark befahren ist. Johnny und ich nahmen die Verfolgung auf, deutlich langsamer als Jake, da wir keine gerade Linie laufen konnten (Weitsprung über Gräben ist nicht meine olympische Disziplin) und zumindest ich auch keine 40 km/h schaffe.

Jagdtrieb Hund

Als Johnny und ich dort ankamen, stöberte Jake immer noch in einem Radius von knapp einem Kilometer. Mal war er mir näher, mal weiter weg. Ich kam ihm einmal auf knappe 50 Meter näher, doch er ignorierte mich total und drehte weiter seine Kreise. Nach knapp 2 Stunden waren wir mit den Nerven fertig.

Johnny, übermüdet und irritiert, jammerte vor sich hin. Ich war durchgeschwitzt, mein Akku des iPhones fiel auf 20 %. Ich beschloss nach Hause zurückzugehen, einen Zusatzakku zu holen und mit dem Auto zurückzukommen. Dank der Tractive App konnte ich Jake jederzeit orten. Der Heimweg betrug ungefähr 40 Minuten. Auf knapp der Hälfte der Strecke bekam ich eine Push-Mitteilung auf’s Handy: Jake hatte den virtuellen Zaun betreten!

Der sogenannte virtuelle Zaun ist ein Bereich bei uns, 40 Meter um das Haus, in dem sich der Hund aufhalten darf. Wenn er diesen gewählten Radius verlässt oder wieder betritt, bekommt man automatisch eine Push-Mitteilung auf das Handy.

Ungläubig startete ich wieder die App, ja tatsächlich, er war zu Hause.

Die App verriet mir sogar, dank der 24-stündigen Aufzeichnung, dass er ungefähr zeitgleich mit uns den Rückweg gestartet hatte.

Er war nur schneller zu Hause als wir. Erleichtert, aber auch verdammt sauer (der Kerl muss mich sehr wohl gehört haben,  immerhin merkte er, wann ich nach Hause aufbrach!) ging ich die restlichen Kilometer nach Hause und fand dort meinen dreckigen, völlig verausgabten, aber unversehrten Jäger vor.

Fazit über das Tractive GPS Gerät

Das Tractive GPS Gerät hat mir meinen Hund zwar nicht zurückbringen können (eine wünschenswerte Funktion, vielleicht mal als Update! ;)), aber mir deutlich gezeigt, dass ich seine Jagdleidenschaft bisher deutlich unterschätzt hatte. Denn nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, dass er soweit läuft, sein „Revier“ verlässt, Hauptstraßen überquert und alles außer Acht lässt.

Da jetzt in Niedersachsen die Brut- und Setzzeit ist, bleibt er angeleint an der Schleppleine. Aber das Anti-Jagdtraining geht weiter und ich habe einen darauf spezialisierten Hundetrainer gefunden.

Fazit: Doch egal, wie es weiter geht mit Jake, das Tractive Ortungsgerät wird er weiterhin tragen, denn 100 % Sicherheit wird es bei ihm nie geben.


Seit knapp 10 Jahren ist Julia Hundefrauchen mit einer großen Liebe für Terrier. Auch ihre anderen Hobbies drehen sich fast komplett um die vierbeinigen „Terroristen“. Fotografieren, Zeichnen und das Knüpfen von Paracord-Halsbändern zählen auch zu ihren Hobbies. Auf ihrem Instagram Account und auf ihrem persönlichen Blog könnt ihr mehr von ihr & ihren Hunden erfahren! 

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