Jagdtrieb bei Hunden – Hilfe naht mittels GPS

Jake ist ein Foxterrier. Diese Rasse ist recht wenig vertreten hier in Norddeutschland, wird meistens...

27. April 2017

Tractive Customer

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Jake ist ein Foxterrier. Diese Rasse ist recht wenig vertreten hier in Norddeutschland, wird meistens von Jägern gehalten. Die Kraushaar-Variante der Foxys findet man etwas häufiger bei Privatpersonen als die Glatthaarigen. Bevor wir Jake zu uns holten informierte ich mich über die Rasse. Ja, ich wusste von ihrer jagdlichen Leidenschaft, da sich diese aber angeblich gut kontrollieren lassen würde und ich vorher einen Jack Russel-Dackel-Mischling hatte, der ebenso der Jagd nicht abgeneigt war, war ich der Meinung, damit gut umgehen zu können. Ich ahnungsloser Engel …

Jakes erster jagdlicher Ausflug unternahm er mit knapp 12 Wochen. Es war ein kalter, nasser Januar Tag, die Felder waren trostlos leer und wir, Idefix, Jake und ich, gerade verfroren auf dem Rückweg zum Auto. Plötzlich schoss der kleine Welpe davon, über den Acker, in ein kleines Waldgebiet. Verdattert rief ich ihm nach, aber nein, die Ohren waren auf Durchzug. Nach einiger Zeit kam er wieder, verdreckt und augenscheinlich froh, wieder bei mir zu sein. Danach war erstmal Ruhe und ich tat den Vorfall als „Naja, sowas machen Welpen schon mal“ ab.

Die folgenden Monate über kristallisierte sich zwar heraus, dass Jake alles, was schnell weglaufen konnte total interessant fand, aber er ließ sich immer abrufen. Nicht immer beim ersten Mal, aber es kam zu keinem weiteren Vorfall. Da wir mitten auf dem Land wohnen, umgeben von Feldern, Wiesen und Wäldern, sind wir täglichen Wildbegegnungen ausgesetzt, meistens nur aus der Ferne, aber manchmal auch näher. Der Höhepunkt war eine Begegnung mit einem dreibeinigen Feldhasen, der, getrieben von einer Todessehnsucht oder ähnlichem, direkt vor uns aus dem Gebüsch sprang. Dieser Vorfall stachelte bei Jake den Jagdtrieb richtig an! Entspannte Waldspaziergänge? Nicht möglich. Ich kaufte mir mehrere Anti-Jagdbücher und probierte die verschiedenen, sich oft widersprechenden Methoden. Bisher erfolglos.

Jagdtrieb Hund

Jagdtrieb bei Hunden – die Lösung

Vor einigen Wochen passierte dann der Albtraum eines jeden Hundebesitzers: Jake verschwand aus dem eigenen Garten und blieb 2 Stunden verschwunden. Als er wieder auftauchte, verdreckt und völlig aus dem Atem, aber ansonsten unversehrt, stand für mich fest: ich brauche eine Möglichkeit ihn besser zu kontrollieren, denn auch wenn er immer an der Leine bleiben sollte, ist dies noch lange keine Garantie dafür, dass er nicht doch mal eine Gelegenheit zum Abhauen finden sollte. Außerdem wollte ich mit dem Anti-Jagdtraining weiter machen und dies funktioniert nicht angeleint. Also entschieden wir uns für das Tractive GPS-Gerät.

Wir hatten bedenken – wenn man das Wort „Pampa“ ins Navi eingibt wird man zwangsläufig vor meiner Haustür landen. Dementsprechend ist hier die Netzabdeckung der Mobilfunkanbieter. Doch das Tractive meldete stets Empfang. Die erste Runde mit Jake und dem Tractive wurde begangen und per iPhone App und der Live Tracking Funktion bestens überwacht.

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Ich führte das Anti-Jagdtraining weiter und an einem Montag (der mir wahrscheinlich noch lange im Gedächtnis bleiben wird) lief es wirklich gut. Trotz Schleppleine lief Jake neben mir bei Fuß, er suchte Blickkontakt, hatte nur Augen für mich. Da es bis zur Brut- und Setzzeit noch ein paar Tage waren und er sich so vorbildlich verhielt, dachte ich mir, ich könne ihn ja für ein Stück des Weges ableinen.

Ich bückte mich, löste den Karabiner vom Geschirr und in dem Augenblick, in dem ich mich wieder aufrichtete, schoss er davon! Quer über den Weg, die anschließende Wiese, den Graben, weg! Rufen, pfeifen – alles wurde ignoriert. Ich schnappte mir meinen Welpen Johnny und startete die Tractive App. Per Live Tracking konnte ich nicht nur sehen dass mein Hund in gerader Linie über die Felder rannte, sondern auch dass er das mit knapp 40 km/h tat! Und direkt auf die Hauptstraße zu, die auch hier in der Pampa stark befahren ist.

Johnny und ich nahmen die Verfolgung auf, deutlich langsamer als Jake, da wir keine gerade Linie laufen konnten (Weitsprung über Gräben ist nicht meine olympische Disziplin) und zumindest ich auch keine 40km/h schaffe. Das iPhone immer in der Hand beobachtete ich, wie Jake über die Hauptstrasse raste und dort, deutlich langsamer, in ein kleines Waldgebiet seine Runden drehte.

Jagdtrieb Hund

Als Johnny und ich dort ankamen stöberte Jake immer noch in einem Radius von knapp einem Kilometer. Mal war er mir näher, mal weiter weg. Ich konnte mich ihm einmal auf knappe 50 Meter nähern, doch er ignorierte mich total und drehte weiter seine Kreise. Nach knapp 2 Stunden waren wir fertig mit den Nerven. Johnny, übermüdet und irritiert jammerte vor sich. Ich war durchgeschwitzt, mein Akku des iPhones fiel auf 20%. Ich beschloss nach Hause zurückzugehen, einen Zusatzakku zu holen und mit dem Auto zurückzukommen. Dank der Tractive App konnte ich Jake ja jederzeit orten. Der Heimweg betrug ungefähr 40 Minuten. Auf knapp der Hälfte der Strecke bekam ich eine Push-Mitteilung aufs Handy: Jake hatte die Safe Zone betreten!

Die sogenannte Safe Zone ist ein Bereich, bei uns 40 Meter ums Haus, in dem sich der Hund aufhalten darf. Wenn er diesen gewählten Radius verlässt oder wieder betritt bekommt man automatisch eine Push-Mitteilung auf das Handy. Und Jake hatte soeben seine Safe Zone betreten. Ungläubig startete ich wieder die App, ja tatsächlich, er war zu Hause und die App verriet mir sogar (dank der 24-stündigen Aufzeichnung), dass er ungefähr zeitgleich mit uns zum Rückweg gestartet sein muss. Er war nur schneller zu Hause als wir. Erleichtert, aber auch verdammt sauer (der Kerl muss mich sehr wohl gehört haben! Immerhin merkte er ja wann ich nach Hause ging!) ging ich die restlichen Kilometer nach Hause und fand dort meinen dreckigen, völlig verausgabten, aber unversehrten Jäger vor.

Jagdtrieb bei Hunden  ja – aber mit mehr Sicherheit dank GPS

Das Tractive hat mir meinen Hund zwar nicht zurückbringen können (eine wünschenswerte Funktion, vielleicht mal als Update! ;)), aber mir deutlich gezeigt, dass ich seine Jagdleidenschaft bisher deutlich unterschätzt habe denn nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, dass er soweit läuft, sein „Revier“ verlässt, Hauptstraßen überquert und alles außer Acht lässt.

Da jetzt in Niedersachsen die Brut- und Setzzeit ist, bleibt er angeleint an der Schleppleine. Aber das Antijagdtraining geht weiter und ich habe einen darauf spezialisierten Hundetrainer gefunden. Doch egal wie es weiter geht mit Jake, das Tractive Ortungsgerät wird er weiterhin tragen, denn 100% Sicherheit wird es bei ihm nie geben.


Seit knapp 10 Jahren bin ich Hundefrauchen mit einer großen Liebe für Terrier. Auch meine anderen Hobbies drehen sich fast komplett um die vierbeinigen „Terroristen“. Fotografieren, zeichnen und das Knüpfen von Paracord-Halsbändern zählen auch zu meinen Hobbies. Auf meinem Instagram Account und auf meinem persönlichen Blog könnt ihr mehr von mir und meinen Hunden erfahren!

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