Ganz egal, ob flauschig weich, drahtig, kurz oder lang: Wir alle lieben das Fell unserer Vierbeiner, das zum Streicheln und Kuscheln einlädt – doch dieses muss auch regelmäßig gepflegt werden, damit es gesund und schön bleibt. Die richtige Pflege des Fells ist ein wichtiger Aspekt der Hundehaltung. Du fragst dich, ob du deinen Hund kämmen, baden oder sogar scheren solltest? Erfahre es im Artikel.

Warum ist Fellpflege für Hunde wichtig?

Hunde sind nicht wie Katzen, die sich selbstständig und ausgiebig pflegen können. Daher ist es wichtig, dass du als Hundebesitzer:in regelmäßige Fellpflege betreibst und die passenden Bürsten, Kämme und Pflegeprodukte verwendest.

Gesundheitliche Vorteile

Fellpflege für Hunde ist unglaublich wichtig, denn sie bietet zahlreiche gesundheitliche Vorteile für deinen felligen Freund. Regelmäßige Fellpflege trägt zur Verbesserung der Haut- und Fellbeschaffenheit bei und sorgt für ein gesundes, glänzendes Aussehen. Außerdem ermöglicht sie eine frühzeitige Entdeckung von Parasiten, Verletzungen oder Entzündungen, sodass du sofort handeln und deinem Hund die beste Pflege zukommen lassen kannst. Die passende Fellpflege unterstützt den Fellwechsel und minimiert das Risiko von Hautproblemen und Verfilzungen.

Um den Gesundheitszustand deines Lieblings im Auge zu behalten, kann dir übrigens ein Tractive GPS Tracker für Hunde helfen. Du kannst deinen Hund damit nicht nur immer in Echtzeit orten, sondern kannst dir auch täglich seine Werte zu Aktivität und Schlaf ansehen. Durch die Gesundheitswarnungen wirst du außerdem informierst, sobald eine stärkere Abweichung der Werte deines Hundes von seinen Durchschnittswerten registriert wird. So kannst so potenzielle Probleme früh erkennen und deine Fellnase untersuchen lassen.

Sebastian Raab, Product Manager at Tractive

Oft bemerken Haustierbesitzer:innen erst spät, dass ihr Vierbeiner weniger aktiv ist als sonst. Aus diesem Grund haben wir die Gesundheitswarnungen ins Leben gerufen. Fallen die aktiven Minuten des Tieres plötzlich stark ab, könnte das auf eine Infektion oder Schmerzen hindeuten. So kann im Ernstfall schnell gehandelt und Hilfe geleistet werden.”

– Sebastian Raab, Product Manager bei Tractive & gelegentlicher Tiersitter

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Psychologische Vorteile

Nicht nur körperlich profitieren Hunde von der Fellpflege, auch psychologisch wirkt sie sich positiv auf dein Tier aus. Die regelmäßige Fellpflege fördert das Vertrauen und die Bindung zwischen dir und deinem Hund. Dies trägt zur Entspannung deines Vierbeiners bei und sorgt für ein harmonisches Zusammenleben. Gleichzeitig lernen Hunde durch die Fellpflege auch, ruhig und geduldig zu sein, was für das allgemeine Wohlbefinden und die Erziehung sehr wichtig ist.

Was zählt zu einer guten Fellpflege für deinen Hund?

Regelmäßiges Bürsten

Eine sehr effektive Methode, um das Fell deines Vierbeiners schön zu halten, ist es zu kämmen. Beginne dabei vorsichtig, um deinem Hund nicht wehzutun und keine Haare auszureißen. Wenn er merkt, dass du behutsam vorgehst, wird sich dein Hund entspannen und das gemeinsame Ritual genießen.

Die richtige Bürste

Je nach Länge und Beschaffenheit des Fells deines Hundes benötigst du unterschiedliche Bürsten und Kämme. Achte darauf, dass die Borsten und Zargen der Kämme der Felllänge entsprechen. Für Hunde mit kurzem und pflegeleichtem Fell bietet sich oft ein Bürsten-Handschuh an. Hände weg von metallischen Borsten, da diese die Haut des Hundes verletzen können. Am besten, du lässt dich in der lokalen Tierhandlung oder in der Tierarztpraxis beraten, welche Bürste am besten zu deinem Liebling passt.

Vorteile von regelmäßigem Bürsten

Regelmäßiges Bürsten hat viele Vorteile für dich und deinen Liebling:

  • Das Kämmen sorgt für ein schönes, gepflegtes Erscheinungsbild.
  • Es hilft, Knoten im Fell zu verhindern.
  • Überschüssige, lose Haare können mit dem Kamm erfasst werden und breiten sich nicht in der Wohnung bzw. im Haus aus.
  • Die Menge an Haaren und Hautschuppen im Innenraum wird reduziert, die Allergien bei Menschen auslösen können.
  • Du kannst Hautprobleme wie Ausschläge, Schuppen, Parasiten (z.B. Flöhe oder Zecken), Beulen oder Verletzungen deiner Fellnase frühzeitig erkennen.
  • Für Hunde, besonders für Welpen, kann das regelmäßige Bürsten dazu beitragen, sie an Berührungen und Handhabung zu gewöhnen. Dies kann spätere Besuche in der Tierarztpraxis erleichtern.
  • Das Bürsten ist gleichzeitig eine Massage für deinen Hund, was die Durchblutung der Haut anregt und das Wohlbefinden steigert.
  • Viele Vierbeiner lieben es gekämmt zu werden und können die Zeit genießen. Das Kämmen kann die Bindung zwischen dir und deinem Hund stärken.
Weißer Hund liegt am Boden und wird gebürstet

Futter

Die richtige Ernährung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die Fellgesundheit deines Hundes. Es gibt einige wichtige Nährstoffe, die helfen können, das Fell deines Hundes gesund und glänzend zu halten. Achte darauf, dass der Hund genug Proteine durch einen hohen Fleischanteil im Futter erhält. Eiweiß ist ein entscheidender Faktor für ein kräftiges und glänzendes Fell. Omega-3 Fettsäuren, wie sie in Fischöl vorkommen, und Omega-6 Fettsäuren, die in vielen pflanzlichen Ölen vorkommen, können ebenfalls dazu beitragen, das Fell glänzend und die Haut gesund zu halten. Weiters sind Vitamine und Mineralien wie Zink, Kupfer und Vitamin A, B und E wichtig für die Gesundheit der Haut und des Fells des Hundes.1

Trimmen, Schneiden oder Scheren

Je nach Felltyp kann es notwendig sein, das Fell deines Hundes zu trimmen oder zu scheren. Hunde mit Trimmfell benötigen in der Regel weniger Pflege als andere Felltypen. Alles rund um das Thema Scheren von Hunden findest du in diesem Artikel.

Baden und Shampoonieren

Du kannst deinem Vierbeiner ein Bad gönnen, insbesondere wenn er schmutzig ist oder unangenehm riecht. Regelmäßiges Baden kann helfen, Schmutz und Allergene zu entfernen, die Hautgesundheit zu fördern und den Hund angenehmer für seine Besitzer:innen zu machen. Es ist jedoch wichtig, spezielle Hundeshampoos zu verwenden, da menschliche Shampoos den pH-Wert der Hundehaut stören können. Wasche das Shampoo gründlich aus, um Hautreizungen zu vermeiden und vermeide den Kontakt mit den Augen. Nach einem Bad ist es wichtig, das Fell deines Hundes sorgfältig zu trocknen und danach gründlich zu bürsten. So kann die Feuchtigkeit besser entweichen, wodurch das Risiko von Hautproblemen verringert wird.

⚠️ Bade deinen Hund jedoch nicht zu oft: Häufiges Baden kann auch die natürlichen Öle der Haut entfernen und zu Trockenheit oder Reizungen führen. Daher sollte die Häufigkeit des Badens an den individuellen Bedarf des Hundes angepasst werden. Ein Bad alle zwei bis drei Wochen, wenn er einmal schmutzig ist, reicht vollkommen aus.

Hund wird in einer kleinen Wanne gebadet und schaut aus ihr hervor

Pfotenpflege

Denk daran, auch die Pfoten deines Vierbeiners zu pflegen! Beginne mit einer sanften Reinigung der Pfoten und achte darauf, Schmutz und Fremdkörper zu entfernen. Das Kürzen der Krallen ist bei vielen Hunden ebenfalls notwendig. Verwende dafür eine spezielle Krallenschere und sei achtsam, um Verletzungen zu vermeiden. Nach der Pfotenreinigung kannst du eine pflegende Pfotensalbe auftragen, die die Ballen weich und geschmeidig hält. Wenn du unsicher bist, sprich dich mit deinem/deiner Tierarzt/Tierärztin ab, was für deinen Liebling am besten geeignet ist.

Die Pfoten deines Vierbeiners können beim Gassigehen bei sehr heißen und sehr tiefen Temperaturen leiden. Achte im Sommer darauf, vorrangig morgens und abends spazieren zu gehen, wenn die Straßen und Wege etwas abgekühlt sind. Untertags solltest du, wenn möglich, heißen Asphalt vermeiden und auf Wiesen ausweichen. Wie du die Pfoten deiner Fellnase im Winter schützen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Welche Folgen hat eine vernachlässigte Fellpflege bei Hunden?

Wir haben bereits erwähnt, dass das Fell einen nicht unwesentlichen Stellenwert bei der Pflege des Vierbeiners einnimmt. Es ist völlig normal, dass wir alle einmal stressigere Tage oder Wochen haben, in dem die Pflege des Hundefells etwas zu kurz kommt. Dies sollte dann aber so bald als möglich nachgeholt werden, da es ansonsten zu allerlei Problemen kommen kann:

  1. Verfilzungen und Knoten: Ohne regelmäßiges Bürsten können sich im Fell des Hundes Verfilzungen und Knoten bilden. Diese können schmerzhaft sein und bei Fortschreiten sogar die Bewegung des Hundes einschränken.
  2. Hautprobleme: Eine mangelhafte Fellpflege kann zu verschiedenen Hautproblemen führen, wie Schuppen, Trockenheit, Irritationen und Infektionen.
  3. Parasiten: Wenn das Fell eines Hundes nicht regelmäßig gepflegt und überprüft wird, haben Parasiten wie Flöhe, Zecken und Milben leichtes Spiel. Diese können wiederum ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen und sind oft schwer zu beseitigen, wenn sie sich einmal eingenistet haben.
  4. Unbehagen und Stress: Ein ungepflegtes Fell kann für einen Hund sehr unangenehm sein. Es kann Juckreiz, Schmerzen und allgemeines Unbehagen verursachen, was wiederum zu Stress und Verhaltensproblemen führen kann.

Besondere Pflegeanforderungen verschiedener Hunderassen

Es ist schon faszinierend, wie vielfältig die Felltypen unserer geliebten Vierbeiner sind! Einige sind pflegeleicht und unkompliziert, während andere eine spezielle Pflege erfordern.

Pflege bei langem Fell

Hunde mit langen Haaren brauchen besondere Aufmerksamkeit, um ihre Mähne glänzend und gesund zu erhalten. Wenn dein Vierbeiner langes Fell hat, solltest du es mehrmals pro Woche kämmen, um Verfilzungen zu vermeiden. Das regelmäßige Bürsten kann dabei helfen, abgestorbene Haare und Schmutz zu entfernen und die Haut deines Hundes gut zu belüften. Verwende eine spezielle Bürste für lange Haare und stimme diese mit der Haarstruktur deines Lieblings ab, um das Entwirren zu erleichtern.

Pflege bei kurzem Fell

Bei Hunden mit kurzem Haar ist die Fellpflege generell einfacher und es kommt weniger schnell zu Verfilzungen. Allerdings sollte das Fell trotzdem ca. einmal wöchentlich gebürstet werden, um lose Haare zu entfernen, die natürlichen Öle auf der Haut zu verteilen und um dem Vierbeiner den Fellwechsel zu erleichtern. Denke auch daran, die Haut deines Hundes regelmäßig auf Zecken oder andere Parasiten zu überprüfen.

Pflege bei lockigem Fell

Dein Vierbeiner erstrahlt in einer lockigen Fellpracht? Dann erfordert seine Pflege etwas mehr Geduld. Da lockiges und krauses Fell dazu neigt, sich leichter zu verfilzen, sollte es mehrmals pro Woche gebürstet werden. Es empfiehlt sich, spezielle Bürsten oder Kämme zu verwenden, die für lockiges oder raues Haar geeignet sind. Gehe beim Kämmen vorsichtig vor, damit es deinem Vierbeiner nicht wehtut. Hast du schon einmal einen Besuch bei einem professionellen Hundefriseur in Erwägung gezogen? Bei Rassen, die ständig nachwachsendes Fell haben, wie z.B. dem Pudel, kann es hilfreich sein, das Fell regelmäßig zu trimmen oder zu scheren.

Grauer Pudel nahaufnahme


Mit diesen Tipps und Tricks zur Fellpflege wird das Fell deines Lieblings in kürzester Zeit strahlen! Achte auf die speziellen Bedürfnisse deines Hundes und passe die Pflege an seine Fellstruktur an. Die meisten Hunde werden deine Fürsorge lieben!

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Die Sicherheit von Vierbeinern sowie die Korrektheit unserer Inhalte liegen uns sehr am Herzen. Deshalb wurde dieser Artikel in Zusammenarbeit mit Tierärztin Frau Dr. Iris Fröhlich verfasst.

Dr. Iris Fröhlich, Tierärztin aus Überzeugung

Iris Fröhlich

Seit meiner Kindheit war es mein Wunsch, Tierärztin zu werden. Durch den Abschluss meines Studiums 1999 war es mir dann möglich, meinen Traum zu verwirklichen. Ich sammelte zunächst praktische Erfahrung in Kliniken im In- und Ausland, um dann schließlich 2010 meine eigene Praxis zu eröffnen.

Wir bieten in unserer hochmodern ausgestatteten Praxis neben hauseigenem Blutlabor, digitalem Röntgen und Ultraschall auch diverse Spezialuntersuchungen an, die von unseren Konsiliar-Tierärzt:innen durchgeführt werden. Seit 2013 nehme ich an dem postgradualen Lehrgang „Kleintierchirurgie und Kleintiermedizin“ der ESVPS (European School of Veterinary Postgraduate Studies) teil, um immer am neuesten Stand der Diagnostik und Therapie zu sein und Ihnen die bestmögliche Behandlung anbieten zu können.