Jagdtrieb Hund: Alles was du wissen musst

Du willst deinem Hund den Jagdtrieb abgewöhnen? Erfahre jetzt die wichtigsten Tipps!

Dein Hund läuft außer Kontrolle los, wenn er ein Reh in der Ferne erblickt, eine fremde Katze im Garten ist oder einfach nur ein Auto an deinem Haus vorbeifährt? Der Grund: der natürliche Jagdtrieb deines Hundes.

Was ist der Jagdtrieb? Wie kannst du den Jagdtrieb beim Hund erkennen?

Der Jagdtrieb zählt, neben dem Sexualinstinkt, dem Territorialinstinkt und dem sozialen Rudelinstinkt, zu den Urinstinkten eines Hundes. Instinkte sind angeboren und rufen bei Tieren automatisch ein bestimmtes lebens- und artspezifisches Verhalten hervor. Abhängig von der Hunderasse beginnt sich der Jagdtrieb schon im Alter von der 08. bis zur 16. Woche zu entwickeln. Zwischen dem 6. und 8. Lebensmonat wird von einer Verfestigung des Jagdtriebs ausgegangen. In dieser Zeit macht er sich auch für den Besitzer deutlich bemerkbar.

Jagen ist ein natürliches Verhalten eines Hundes und macht ihn glücklich.

Typische Kennzeichen des Jagdtriebes beim Hund sind:

  •      das spielerische Jagen von Artgenossen
  •      das Hinterherlaufen von Vögeln
  •      das Buddeln & Aufwühlen des Bodens auf der Suche nach Mäusen oder Maulwürfen
  •      in ausgeprägter Form das Wildern von Hasen oder Rehen

Was im Kindesalter noch als süß und kontrollierbar empfunden wird, kann bei ausgeprägtem Jagdverhalten im Erwachsenenalter schnell gefährlich werden, nicht nur für andere Tiere, sondern auch für Menschen in der Umgebung wie z.B. Jogger oder sogar für den Hund selbst z.B. durch nicht beachtete, heranfahrende Autos.

Der Jagdtrieb und die Kastration

Entgegen zahlreicher Mythen hat eine Kastration keinerlei Einfluss auf den Jagdtrieb eines Hundes. Bei einer Kastration werden die hormonproduzierenden Organe (Hoden oder Eierstöcke) entfernt. Diese sind primär für die Produktion der Sexualhormone Testosteron oder Östrogen verantwortlich. Eine Kastration dämpft zwar überhöhtes sexuelles Triebverhalten, Imponier-, Kampf- oder Aggressionsverhalten, hebt dieses aber nicht vollständig auf. Erfahre jetzt, welches Verhalten sich bei der Kastration deines Hundes sonst noch ändert!

Der Jagdtrieb eines Hundes wird, wie jeder andere Grundinstinkt des Hundes, nach seiner Kastration genauso noch vorhanden sein. Die Basisinstinkte sind in seiner Genetik verankert und können nicht einfach „weggeschnitten“ werden.

Den Jagdtrieb abgewöhnen – Geht das?

Der Jagdtrieb eines Hundes kann nicht vollständig abgewöhnt, aber kontrolliert werden. Bindungsarbeit heißt das Schlagwort. Eine gute Beziehung zwischen dir und deinem Hund, die euch wie eine unsichtbare Leine miteinander verbindet, ist der Schlüssel zum Erfolg. Je früher damit begonnen wird, desto besser.

Beachtet werden sollten dabei die besonderen Fähigkeiten der jeweiligen Rasse. Je nachdem für welche Aufgabe eine Hunderasse gezüchtet wurde, kann der territoriale Instinkt etwa bei Wach- und Schutzhunden oder der soziale Rudelinstinkt bei Therapiehunden mehr im Vordergrund stehen. Bei Jagdhunden wurden sogar noch weitere Elemente bei der Züchtung betont wie bestimmte Fähigkeiten der ursprünglichen Verhaltenskette. Zu diesen zählen:

  • Orten
  • Fixieren
  • Anpirschen
  • Hetzen
  • Packen
  • Töten
  • Fressen

Die artspezifischen Fähigkeiten jeder Rasse sollten daher beim Anti-Jagdtraining unbedingt Beachtung finden: es sind genau diese Fähigkeiten, die deinem Hund besondere Freude bereiten und ihn mit Glück erfüllen. Vernachlässigst du sie, kann es sein, dass er sich langweilt. Versuchst du sie zu unterdrücken, kann er ein auto-aggressives Verhalten entwickeln.

Die besten Tipps, um deinem Hund den Jagdtrieb abzugewöhnen

1. Nimm den Jagdtrieb und die besonderen Fähigkeiten deines Hundes ernst

Behandle ihn artgerecht und beachte seine Talente. Denn nur wenn er seine Fähigkeiten mit dir ausleben kann, wirst du ihm wichtiger sein, als unkontrolliert seinen Instinkten nachzujagen.

2. Beginne so früh wie möglich mit dem Training

Die Sozialisationsphase bei Hunden erstreckt sich von der 4. bis zur 16. Lebenswoche. In dieser Zeit finden die wichtigsten Lernprozesse statt, die zu einem späteren Zeitpunkt nie wieder so rasch und umfassend nachgeholt werden können.

3. Arbeite mit ihm konsequent und geduldig am Grundgehorsam und eurer Bindung

Bindungsarbeit ist lebenslange Arbeit. Übe nicht nur in den Anfangsmonaten, sondern beständig – ein Leben lang.

4. Sorge für ausreichend Auslastung und fördere seine Talent

Viele Hunde neigen zu Ungehorsam, weil sie nicht ausreichend ausgelastet sind. Achte auf genügend Bewegung und beschäftige deinen Hund mit Spielen. Stelle dabei die Bindung zu dir in den Vordergrund. Zum Beispiel ist beim Ball spielen nicht etwa das Jagen und Fangen des Balles die wichtige Komponente, sondern dass er den Ball zurück zu dir bringt.

5. Lerne deinem Jäger, dass der beste Ort, an dem er sich sicher fühlen kann, bei dir ist

Bei allen Maßnahmen zur Abgewöhnung des Jagdverhaltens steht die Ansprechbarkeit deines tierischen Partners an erster Stelle. Stelle daher sicher, dass sich die beständige Kontaktaufnahme zu dir aus Sicht des Hundes immer lohnt.

Besten Ideen für das Anti-Jagdtraining

  •      beziehungsfördernde Spiele wie z.B. Versteckspiele mit Herrchen/Frauchen
  •      Fährtenarbeit
  •      Geschicklichkeitsspiele
  •      Suchspiele mit kleinen Überraschungen (Leckerlis, Spielzeug)
  •      Apportierübungen
  •      Wettrennen
  •      Übungen an der Schleppleine zur Festigung des Herankommens (mit der Verwendung von Brustgeschirr, da sonst die Gefahr von Halswirbelsäulenverletzungen groß ist)

Noch immer Sorgen? Mithilfe des GPS Trackers besteht die Möglichkeit jederzeit und von überall aus die exakte Position deines Vierbeiners zu ermitteln. So steht einem entspannten Spaziergang nichts im Weg.

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Hilfe in Form von Homöopathie oder Bachblüten bei ausgeprägtem Jagdtrieb

Die schlechte Nachricht zuerst: Alternativmedizin wie homöopathische Globuli oder Bachblüten ersetzen keine gute Erziehungsarbeit. Der Jagdtrieb liegt in der Natur des Hundes.

Homöopathische Mittel oder Bachblüten zielen auf die Aktivierung von Selbstheilungskräften ab.

Erst wenn der Jagdtrieb krankhafte Züge annimmt oder es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt, können diese alternativmedizinischen Arzneimittel deinem Hund helfen.

Und wenn es nun doch passiert und dein Vierbeiner durch seinen natürlichen Jagdtrieb nur mehr „das Eine“ im Kopf hat, verzweifle nicht. Besuche mit ihm eine Hundeschule, zeige ihm mit viel Einfühlungsvermögen Alternativen auf und lernen ihm konsequent und geduldig, dass er das „wahre Glück“ in seinem Leben in der Beziehung zu dir findet.

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