Hund aggressiv gegen Menschen: Ein umfassendes Hilfe-Tutorial

Mit diesem umfassenden Guide lernst du, wie du das Anti-Aggressionstraining richtig machst!

Dein Hund ist aggressiv gegenüber Menschen? Erfahre jetzt in diesem umfassenden Guide, was du dagegen tun kannst, damit dein Hund kein Aggressionsverhalten gegenüber Menschen zeigt.

Schritt 1: Gründe, warum dein Hund aggressiv gegen Menschen wird

Einer der ersten Schritte ist zu verstehen, warum dein Hund eine Aggression zeigt. Die häufigsten Ursachen für ein aggressives Hundeverhalten sind:

  • Jagdinstinkt
  • Angst
  • Frustration
  • Spielverhalten
  • Krankheit

Den Jagdinstinkt zeigen Hunde vor allem bei Läufern oder Radfahrern. Alles was sich bewegt, bekommt ihre Aufmerksamkeit, da sie diesen speziellen Instinkt im Blut haben. Wenn dein Hund Schmerzen hat, kann er dir das durch Aggression vermitteln. Manche Hunde übertreiben beim Spielen mit anderen Hunden und werden regelrecht zu Rüpeln. Falls dein Hund ein kleiner Raufer ist, sollte der Spielgefährte deinem Hund unmissverständlich die Grenzen zeigen. Beide Hunde sollen beim Herumtollen Spaß haben.

Die häufigste Ursache für ein aggressives Hundeverhalten gegenüber Menschen ist Angst und Wut. Dein Hund hat nun drei Optionen wie er auf Angst bzw. Wut reagieren kann:

  1. Er läuft weg
  2. Er freundet sich mit dem Feind an und beschwichtigt
  3. Er verteidigt sich

Hund aggressiv gegen Menschen - das hilft wirklich

Oft werden die Signale vom Hundehalter falsch gedeutet. Hunde zeigen mit kleinen Signalen anhand ihrer Körpersprache, dass sie Angst haben. Anhand der “5F” kannst du ein Angstverhalten bei Hunden erkennen. Der Grad zwischen Angst und Wut ist sehr klein und wird von vielen nicht erkannt.

Oft ist Aggression die Folge von Angst, wenn ein Hund erkennt, dass er durch Meideverhalten keinen Erfolg haben wird. Grundsätzlich gilt: wenn Meideverhalten keinen Erfolg bringt, dann ist die nächste Reaktion Flucht oder Verteidigung.

Schritt 2: Auslöser, warum dein Hund bei Menschen Aggressionen zeigt

Dein Hund kann in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit einem Menschen gemacht haben. Wenn du einen Hund aus dem Tierheim hast, ist oft die Vorgeschichte unbekannt. Dann ist meist das Finden des Auslösers eine wirkliche Detektivarbeit.

Hier findest du die häufigsten Ursachen, warum Hunde ein wütendes bzw. ängstliches Verhalten bei bestimmten Personen zeigen:

Personen die ..

  • unheimlich aussehen (z.B. wenn jemand einen Kapuzenpullover oder einen Schal trägt)
  • in ihr Territorium eindringen
  • Blickkontakt suchen
  • deinen Hund streicheln
  • deinen Hund bedrängen
  • deinem Hund in der Vergangenheit weh getan haben oder deinen Hund an jemanden erinnern, der ihnen weh getan hat

Schritt 3: Beobachte das aggressive Verhalten deines Hundes

Der dritte Schritt ist, dass du deinen Hund genau bei einem Aggressionsausbruch beobachtest. Achte auf folgende Faktoren:

  • Was ist der Auslöser für seine Aggression? Wie sieht die andere Person aus?
  • Was ist dein Verhalten?
  • Wie reagiert die andere Person? Welches Verhalten zeigt dein Hund? Legt er die Ohren an?
  • Wann beginnt er zu bellen? Hat dein Hund Blickkontakt? Weiten sich seine Pupillen, was macht seine Rute?

Achte auf jede Kleinigkeit und notiere sie dir für später – nichts geschieht grundlos. Wenn du das Verhalten beobachtet hast und den Auslöser kennst, ist es essentiell, dass an dem Reiz in einem intensiven Training gearbeitet wird.

Schritt 4: Gezieltes Training bei Hunden mit Aggressionsproblemen

Das Zauberwort ist gezielte Verstärkung. Durch diese Methode verknüpft dein Hund ein Ereignis mit etwas Positivem z.B. mit der Belohnung mit einem Hundekeks. Durch das gezielte Einsetzen von einer Belohnung kannst du das Verhaltensmuster von deinem aggressiven Hund umtrainieren.

An einem Beispiel möchte ich dir die gezielte Verstärkung demonstrieren:

Dein Hund zeigt oft ein aggressives Verhalten, wenn er den Postboten sieht. Wenn du spazieren gehst und du den Postboten siehst, dann lenke deinen Hund z.B. mit seinem Lieblingsspielzeug ab. Beginne mit kleinen Schritten, damit du deinen Hund nicht überforderst. Versuche seine gesamte Aufmerksamkeit auf das Spielzeug zu richten, damit dein Hund vom Postboten nichts mitbekommt. Wenn dein Hund kein aggressives Verhalten zeigt, belohne ihn mit einem Hundeleckerli.

Außerdem ist es unerlässlich, dass dein Hund gehorsam ist. Wenn dein Hund nicht abrufbar ist, dann ist das Anti-Aggressionstraining mit deinem Hund zum Scheitern verurteilt. Versuche, dass du deinem Hund die Basic-Kommandos beibringst und dass diese auch zu 100% funktionieren. Jedoch gehorchen Hunde in Stresssituationen oftmals nicht und sind dann nicht abrufbar. Trainiere deshalb z.B. an der (Schlepp-)leine.

Anti-Aggressionstraining bei deinem Hund mit einem Trainer

Das Abtrainieren von Aggressionen beim Hund ist ein schwieriges Unterfangen. Viele scheitern daran, dass sie ihren Hund nicht unter Kontrolle bekommen oder zur falschen Zeit die Verstärkung anwenden. Dies hat schwere Folgen und kann zu einer Bestärkung des Aggressionsverhaltens führen. Es ist keine Schande, wenn du externe Hilfe in Anspruch nimmst. Bevor du dir das Anti-Aggressionstraining nicht alleine zu traust, nimm Hilfe von einem Hundeexperten an.

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